Kiruna

Samstag. So viel Ende-der-Welt-Gefühl. Kiruna liegt wirklich ganz im Norden, viel nördlicher geht es in Europa nicht. Kiruna: Wo der Stahlboom die Milliarden hinspült. Flugzeuge aus Stockholm landen im Nichts, in einer kargen Steppe. Wie Boten aus q der anderen, der zivilisierten Welt. Landung in Kiruna, am Ende Schwedens. Landung in einer unheimlichen Stadt. Die Menschen hier: Sie arbeiten als Bergarbeiter in der Mine, sie essen oft Burger und trinken viel Bier. Sie fahren Amischlitten aus den 50er Jahren oder zu große Pick-Ups. Sie sind stolz darauf, dass sie weit weg sind von Mitteleuropa – auf der Karte wie im Kopf. Sie nennen ihre Stadt „Outpost“, Außenposten. Die nächste Stadt liegt anderthalb Autostunden südlich. Die Einwohner von Kiruna gehen fischen und jagen. Sie trauen dem Chef des Bergwerks mehr als der Bürgermeisterin, dieser Sozialdemokratin. Alles ist hier ein bisschen wilder, die Menschen sind herzlich, wenn sie auch nicht viel reden. Sie gehen nicht ans Handy, wenn sie beim Fischen sind. Diese Leute sind von so einer Ruhe, dass es sie nicht einmal aufregt, wenn man sie aus ihren Häusern vertreibt. Sie sagen dann: Muss halt sein, geht nicht anders. Und sie sagen: Probieren Sie mal Elch.

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